§34i Prüfungsfragen kostenlos üben — 30 Fragen mit Lösungen

30 Prüfungsfragen zur IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO (Immobiliardarlehensvermittler) kannst du unten direkt kostenlos üben — mit Lösungen und, wo vorhanden, ausführlichen Erklärungen. Sie stammen aus unserem Katalog mit 350 Übungsfragen über alle Themenbereiche.

Der schriftliche Teil der echten Prüfung dauert 150 Minuten und gliedert sich in zwei Sachgebiete (je mind. 50 % zum Bestehen), danach folgt ein praktischer Teil — Details auf unserer Seite zum Prüfungsablauf.

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30 Prüfungsfragen kostenlos mit Lösungen

Klick auf eine Frage, um die Antwortmöglichkeiten und die richtige Lösung (mit ✓ markiert) aufzuklappen — bei vielen Fragen zusätzlich mit ausführlicher Erklärung. Die Auswahl ist über alle Themenbereiche gestreut — von der Erlaubnispflicht nach §34i GewO über Informationspflichten, Grundbuch- und Kaufvertragsrecht bis zu Zinsrechnung, Förderung und Bonitätsprüfung. Erst selbst überlegen, dann aufklappen.

1.Erlaubnispflicht & Berufsrecht (§34i GewO)Wer benötigt nach §34i GewO eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Vermittlung von Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen?

Eine Antwort ist richtig:

Nur Banken und Sparkassen, die als lizenzierte Kreditinstitute nach dem KWG bereits umfassend reguliert sind und daher keiner gesonderten §34i-Erlaubnis bedürfen
Jede natürliche oder juristische Person, die gewerbsmäßig Immobiliardarlehen vermittelt oder Beratung anbietet ✓ richtig
Nur eingetragene Kaufleute mit einer im Handelsregister eingetragenen Firma, da der Gesetzgeber die Vermittlungstätigkeit aus Verbraucherschutzgründen auf kaufmännische Vollkaufleute beschränkt
Nur Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, da kleinere Betriebe nach der Gewerbeordnung von der Erlaubnispflicht befreit sind und stattdessen lediglich einer Anzeigepflicht unterliegen
Erklärung

Die Erlaubnispflicht nach § 34i Abs. 1 GewO knüpft an die Tätigkeit an, nicht an die Rechtsform: Wer gewerbsmäßig Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge vermittelt oder hierzu berät, braucht die behördliche Erlaubnis, gleich ob als Einzelperson, GmbH oder in anderer Rechtsform.

Die Beschränkung auf eingetragene Kaufleute oder auf Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern findet im Gesetz keine Stütze; auch Kleinstbetriebe und Einzelpersonen unterliegen der vollen Erlaubnispflicht. Kreditinstitute wiederum sind nicht deshalb ausgenommen, weil sie umfassend reguliert wären, sondern nur in dem engen Rahmen, den § 34i Abs. 3 GewO für bereits nach dem KWG zugelassene Institute vorsieht.

2.Erlaubnispflicht & Berufsrecht (§34i GewO)Welche Behörde erteilt die Erlaubnis nach §34i GewO?

Eine Antwort ist richtig:

Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK)
Die zuständige Behörde der Gemeinde oder des Landkreises ✓ richtig
Das Bundesministerium der Finanzen
Erklärung

§ 34i Abs. 1 GewO verlangt eine behördliche Erlaubnis, ohne die zuständige Stelle selbst zu benennen — das regeln die Länder in ihren Zuständigkeitsverordnungen. In der Praxis ist das durchgehend die allgemeine Gewerbebehörde vor Ort, also das Ordnungs- oder Gewerbeamt der Gemeinde beziehungsweise des Landkreises.

Die Industrie- und Handelskammer prüft zwar die Sachkunde und führt das Vermittlerregister, erteilt aber selbst keine Erlaubnis. Die BaFin ist für die Aufsicht über Kreditinstitute zuständig, nicht für freie Immobiliardarlehensvermittler, und das Bundesministerium der Finanzen tritt als Erlaubnisbehörde im Einzelfall überhaupt nicht auf.

3.Erlaubnispflicht & Berufsrecht (§34i GewO)Welche Voraussetzungen müssen für die Erteilung der Erlaubnis nach §34i GewO erfüllt sein?

Mehrere Antworten sind richtig:

Zuverlässigkeit des Antragstellers ✓ richtig
Nachweis der Sachkunde (IHK-Sachkundeprüfung oder anerkannte Berufsqualifikation) ✓ richtig
Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung ✓ richtig
Mindestkapital von 50.000 Euro
Erklärung

§ 34i Abs. 2 GewO zählt die Gründe auf, aus denen die Erlaubnis versagt werden muss: fehlende Zuverlässigkeit des Antragstellers, ungeordnete Vermögensverhältnisse, das Fehlen einer Berufshaftpflichtversicherung sowie eine nicht vor der Industrie- und Handelskammer abgelegte Sachkundeprüfung. Im Umkehrschluss müssen Zuverlässigkeit, Sachkundenachweis und Versicherungsschutz positiv vorliegen, damit die Erlaubnis erteilt wird.

Ein bestimmtes Mindestkapital verlangt das Gesetz dagegen nicht. Anders als etwa bei Kreditinstituten kommt es bei der reinen Vermittlungs- und Beratungstätigkeit nicht auf eine Kapitalausstattung an, sondern auf persönliche Eignung, Fachwissen und Haftungsabsicherung.

4.Informationspflichten & VerbraucherschutzNach §489 BGB kann ein Darlehensnehmer ein Immobiliardarlehen mit gebundenem Sollzinssatz ordentlich kündigen. Welche Voraussetzungen gelten?

Mehrere Antworten sind richtig:

Das Darlehen muss vollständig ausgezahlt sein und seit der Auszahlung mindestens 10 Jahre vergangen sein ✓ richtig
Die Kündigungsfrist beträgt 6 Monate ✓ richtig
Der Kreditgeber kann in diesem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen
Das Kündigungsrecht gilt nur, wenn der Darlehensnehmer das Objekt verkauft
Erklärung

§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB erlaubt dem Darlehensnehmer, ein Darlehen mit gebundenem Sollzinssatz in jedem Fall zu kündigen, wenn seit der vollständigen Auszahlung zehn Jahre vergangen sind — unabhängig davon, wie lange die vereinbarte Zinsbindung eigentlich noch laufen würde. Die dabei einzuhaltende Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Eine Vorfälligkeitsentschädigung kann der Kreditgeber für diese besondere Kündigung nach zehn Jahren gerade nicht verlangen, denn das Gesetz gewährt dieses Recht unabhängig von einem Verkauf der finanzierten Immobilie oder einem sonstigen besonderen Grund — der Darlehensnehmer muss für die Ausübung keinerlei Anlass nennen.

5.Informationspflichten & VerbraucherschutzWie ist der Begriff "Gesamtkreditbetrag" bei einem Immobiliardarlehen nach §491 Abs. 2 BGB definiert?

Eine Antwort ist richtig:

Der Nennbetrag des Darlehens zuzüglich aller Zinsen, Gebühren und Nebenkosten für die gesamte Laufzeit — entspricht der Gesamtsumme aller Rückzahlungen des Verbrauchers
Die Obergrenze oder die Gesamtsumme aller Beträge, die dem Verbraucher aufgrund des Darlehensvertrags zur Verfügung gestellt werden (Nettodarlehensbetrag) ✓ richtig
Der tatsächlich vom Verbraucher über die Darlehenslaufzeit insgesamt zurückgezahlte Betrag (Zins + Tilgung + Nebenkosten), der im ESIS-Merkblatt nach Art. 14 der Wohnimmobilienkreditrichtlinie als Pflichtangabe ausgewiesen werden muss
Der nach §16 PfandBG ermittelte Beleihungswert der finanzierten Immobilie, der von der Bank als konservative Wertbasis für die Kreditvergabe herangezogen wird und dem Gesamtkreditbetrag als Sicherheitengrundlage dient
Erklärung

Der Begriff, den die Wohnimmobilienkreditrichtlinie als Gesamtkreditbetrag bezeichnet, heißt im deutschen Recht Nettodarlehensbetrag und wird in Art. 247 § 3 Abs. 2 EGBGB definiert: die Obergrenze oder die Summe aller Beträge, die dem Darlehensnehmer aufgrund des Vertrags zur Verfügung gestellt werden. Zinsen, Bearbeitungsgebühren und sonstige Kosten zählen ausdrücklich nicht dazu.

Von diesem Nettodarlehensbetrag zu unterscheiden ist der Gesamtbetrag nach derselben Vorschrift, der zusätzlich die Gesamtkosten des Kredits einschließt und im ESIS-Merkblatt gesondert ausgewiesen wird. Der Beleihungswert der finanzierten Immobilie schließlich ist eine bankinterne Wertermittlungsgröße und hat mit der Definition des Gesamtkreditbetrags nichts zu tun.

6.Informationspflichten & VerbraucherschutzEin Verbraucher hat einen Immobiliar-Verbraucherdarlehensvertrag geschlossen und ordnungsgemäß die Pflichtangaben samt Widerrufsinformation erhalten. Wie lange kann er widerrufen?

Eine Antwort ist richtig:

14 Tage ab Vertragsschluss bzw. ab Erhalt der Pflichtangaben (§ 355 i.V.m. § 495 BGB). ✓ richtig
7 Tage ab Vertragsschluss.
30 Tage ab Vertragsschluss.
1 Monat ab der ersten Ratenzahlung.
Erklärung

Die reguläre Widerrufsfrist für Verbraucherdarlehen beträgt 14 Tage (§§ 355, 495 BGB).

7.Grundbuch & GrundstücksrechtAus welchen Abteilungen besteht das Grundbuch?

Eine Antwort ist richtig:

Aufschrift, Bestandsverzeichnis und 2 Abteilungen
Bestandsverzeichnis und 3 Abteilungen (I, II, III) ✓ richtig
Nur Bestandsverzeichnis und Eigentumsabteilung
4 Abteilungen ohne Bestandsverzeichnis
8.Grundbuch & GrundstücksrechtWelche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit jemand gutgläubig Eigentum an einem Grundstück nach § 892 BGB erwerben kann?

Mehrere Antworten sind richtig:

Der Erwerber muss auf die Richtigkeit des Grundbuchs vertrauen und darf keine Kenntnis von der Unrichtigkeit haben. ✓ richtig
Im Grundbuch darf kein Widerspruch gegen die Richtigkeit der maßgeblichen Eintragung eingetragen sein. ✓ richtig
Der Erwerb muss entgeltlich erfolgen, da bei einer Schenkung kein gutgläubiger Erwerb möglich ist. ✓ richtig
Der Erwerber muss zuvor einen Notar mit einer vollständigen Grundbuchprüfung beauftragt haben.
Erklärung

§ 892 Abs. 1 BGB schützt den Erwerber eines Grundstücksrechts, wenn er auf die Richtigkeit des Grundbuchs vertraut: Der Inhalt des Grundbuchs gilt zu seinen Gunsten als richtig, es sei denn, ein Widerspruch ist eingetragen oder ihm ist die Unrichtigkeit bekannt. Beide Voraussetzungen — kein eingetragener Widerspruch und keine positive Kenntnis der Unrichtigkeit — müssen also erfüllt sein.

Bei einer unentgeltlichen Verfügung, etwa einer Schenkung, bleibt der gute Glaube zwar formal geschützt, doch kann der wahre Berechtigte das Erlangte über § 816 Abs. 1 Satz 2 BGB vom unmittelbar begünstigten Empfänger herausverlangen; ein endgültig wirksamer gutgläubiger Erwerb setzt deshalb Entgeltlichkeit voraus. Eine vorherige notarielle Grundbuchprüfung verlangt § 892 BGB dagegen nicht.

9.Grundbuch & GrundstücksrechtWas ist der Unterschied zwischen einer Briefgrundschuld und einer Buchgrundschuld, und welche praktische Bedeutung hat dieser Unterschied?

Mehrere Antworten sind richtig:

Bei der Briefgrundschuld wird ein Grundschuldbrief ausgestellt; die Abtretung kann durch Übergabe des Briefs und schriftliche Abtretungserklärung ohne Grundbucheintragung erfolgen. ✓ richtig
Die Buchgrundschuld ist im Grundbuch als „ohne Brief" eingetragen; ihre Abtretung ist nur durch Eintragung im Grundbuch wirksam. ✓ richtig
Die Briefgrundschuld ist im Vergleich zur Buchgrundschuld stets akzessorisch mit dem gesicherten Darlehen verbunden.
In der Praxis bevorzugen Banken die Buchgrundschuld, da sie eine schnellere Weitergabe der Sicherheit ohne Grundbuchänderung ermöglicht.
Erklärung

Bei der Briefgrundschuld wird ein Grundschuldbrief ausgestellt; ihre Abtretung ist formfrei durch Übergabe des Briefs verbunden mit einer schriftlichen Abtretungserklärung möglich, ohne dass das Grundbuch geändert werden muss. Die Buchgrundschuld dagegen ist im Grundbuch ausdrücklich als ohne Brief eingetragen, und jede Abtretung wird erst mit der Eintragung im Grundbuch wirksam.

Anders als die Hypothek ist die Grundschuld — ob als Brief- oder als Buchgrundschuld — nicht akzessorisch: Sie besteht unabhängig vom Bestand der gesicherten Darlehensforderung fort, ein Unterschied zwischen beiden Grundschuldarten besteht insoweit nicht. In der Praxis bevorzugen Banken heute meist die Buchgrundschuld, weil sie ohne Ausstellung, Verwahrung und Übergabe eines Briefs auskommt — nicht, weil sie schneller weitergegeben werden könnte.

10.Kaufvertrag & NotarrechtKäufer und Verkäufer unterschreiben einen schriftlichen, von beiden Seiten unterzeichneten Grundstückskaufvertrag ohne Notar. Wie ist dieser Vertrag rechtlich zu bewerten?

Eine Antwort ist richtig:

Schwebend unwirksam bis zur nachträglichen notariellen Beglaubigung der beiden Unterschriften.
Nichtig — der Grundstückskaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung (§ 311b BGB); Heilung erst mit Auflassung und Grundbucheintragung. ✓ richtig
Wirksam, da für Grundstückskäufe die Schriftform nach § 126 BGB ausreicht.
Wirksam als Vorvertrag, der die Parteien zur späteren notariellen Beurkundung verpflichtet.
11.Kaufvertrag & NotarrechtWas ist die Grunderwerbsteuer und wer schuldet sie in der Regel?

Eine Antwort ist richtig:

Eine Steuer auf Mieteinnahmen, die der Vermieter zahlt
Eine einmalige Steuer beim Erwerb von Grundstücken, die in der Regel der Käufer trägt ✓ richtig
Eine jährliche Steuer auf Grundstücksbesitz
Eine Steuer, die nur bei gewerblichen Immobilienkäufen anfällt
12.Kaufvertrag & NotarrechtEine Immobilie in Nordrhein-Westfalen (6,5 %) kostet 350.000 €. Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

Eine Antwort ist richtig:

22.750 € (6,5 % von 350.000 €). ✓ richtig
12.250 € (3,5 % von 350.000 €).
17.500 € (5,0 % von 350.000 €).
35.000 € (10 % von 350.000 €).
Erklärung

Grunderwerbsteuer = Kaufpreis × Ländersatz; NRW 6,5 % × 350.000 € = 22.750 €.

13.Datenschutz & WettbewerbsrechtWelche Rechtsgrundlage aus der DSGVO erlaubt die Verarbeitung von Kundendaten im Rahmen der Darlehensvermittlung?

Eine Antwort ist richtig:

Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung) ✓ richtig
Art. 9 DSGVO (besondere Kategorien personenbezogener Daten)
Art. 22 DSGVO (automatisierte Entscheidungsfindung)
Art. 17 DSGVO (Recht auf Löschung)
14.Datenschutz & WettbewerbsrechtEin Immobiliardarlehensvermittler bewirbt sein Angebot mit ‚garantiert dem günstigsten Effektivzins Deutschlands', ohne dies belegen zu können. Wie ist das nach dem UWG zu bewerten?

Eine Antwort ist richtig:

Zulässig, weil vergleichende Werbung mit dem Preis nach dem UWG generell erlaubt ist.
Unzulässig — es ist irreführende Werbung mit einer nicht belegbaren Alleinstellungsbehauptung (§§ 5, 5a UWG). ✓ richtig
Zulässig, da es sich um eine erkennbar reklamehafte Übertreibung ohne Tatsachenkern handelt.
Nur dann unzulässig, wenn ein Mitbewerber die Behauptung ausdrücklich abmahnt.
15.Datenschutz & WettbewerbsrechtWas muss ein Immobilienvermittler einem Kunden auf Verlangen gemäß Art. 15 DSGVO (Auskunftsrecht) mitteilen?

Mehrere Antworten sind richtig:

Welche personenbezogenen Daten über ihn verarbeitet werden und zu welchem Zweck. ✓ richtig
An welche Empfänger oder Empfängerkategorien die Daten weitergegeben wurden oder werden. ✓ richtig
Den Namen und die Kontaktdaten aller anderen Kunden, die ein ähnliches Objekt gesucht haben.
Die geplante Speicherdauer bzw. die Kriterien für deren Festlegung. ✓ richtig

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16.Darlehensformen & KreditprodukteWas kennzeichnet ein Annuitätendarlehen?

Eine Antwort ist richtig:

Die monatliche Rate sinkt im Laufe der Zeit, da die Tilgung konstant bleibt
Die monatliche Rate (Annuität) bleibt konstant; der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt ✓ richtig
Am Ende der Laufzeit wird das gesamte Darlehen auf einmal zurückgezahlt
Der Zinssatz passt sich monatlich dem Markt an
17.Darlehensformen & KreditprodukteWas versteht man unter einem endfälligen Darlehen?

Eine Antwort ist richtig:

Ein Darlehen, bei dem die Tilgungsrate mit jeder Rate um einen festen Betrag steigt, sodass die Gesamtbelastung anfangs niedrig ist und gegen Laufzeitende deutlich höher wird
Ein Darlehen, bei dem während der Laufzeit nur Zinsen gezahlt werden und die gesamte Tilgung am Ende erfolgt ✓ richtig
Ein Darlehen, das der Darlehensnehmer jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung vorzeitig kündigen und in voller Höhe zurückzahlen kann — typisch für variabel verzinsliche Darlehen nach §489 BGB
Ein Darlehen mit einer gesetzlich festgelegten Mindestlaufzeit von 10 Jahren, nach der eine ordentliche Kündigung gemäß §489 Abs. 1 Nr. 2 BGB mit sechsmonatiger Frist möglich ist
18.Darlehensformen & KreditprodukteWelche Aussagen zur Zinsfestschreibung bei Immobiliendarlehen sind zutreffend?

Mehrere Antworten sind richtig:

Typische Zinsbindungsfristen sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre. ✓ richtig
Eine längere Zinsbindung bietet dem Darlehensnehmer mehr Planungssicherheit, ist aber in der Regel mit einem höheren Zinssatz verbunden. ✓ richtig
Nach Ablauf der Zinsbindung muss das Darlehen zwingend vollständig zurückgezahlt werden.
Bei einem Darlehen mit 15-jähriger Zinsbindung hat der Darlehensnehmer trotzdem bereits nach 10 Jahren ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht gemäß § 489 BGB. ✓ richtig
Erklärung

§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB: Bei gebundenem Sollzinssatz kann der Darlehensnehmer 10 Jahre nach vollständigem Empfang des Darlehens mit einer Frist von 6 Monaten kündigen – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindungsdauer und ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Praktisch bedeutsam ist das vor allem bei Zinsbindungen über 10 Jahre (z. B. 15 oder 20 Jahre); bei genau 10 Jahren fällt es mit dem Zinsbindungsende zusammen.

19.Zinsrechnung & TilgungsplanungEin Annuitätendarlehen über 400.000 € hat einen Sollzins von 3 % p.a. und eine Anfangstilgung von 1 % p.a. Nach wie vielen Jahren ist das Darlehen bei gleichbleibender Rate vollständig getilgt (Näherungswert)?

Eine Antwort ist richtig:

Ca. 25 Jahre
Ca. 33 Jahre
Ca. 40 Jahre
Ca. 50 Jahre ✓ richtig
Erklärung

Bei einem Annuitätendarlehen hängt die Tilgungsdauer nur vom Sollzins und der Anfangstilgung ab, nicht von der Darlehenshöhe. Näherungsformel: n = ln(1 + Sollzins/Anfangstilgung) / ln(1 + Sollzins) = ln(1 + 3 %/1 %) / ln(1,03) = ln(4)/ln(1,03) = rund 47 Jahre. Da die Rate konstant bleibt und der Zinsanteil mit sinkender Restschuld fällt, steigt der Tilgungsanteil kontinuierlich, sodass das Darlehen erst nach rund 47 Jahren vollständig getilgt ist.

20.Zinsrechnung & TilgungsplanungEin Darlehen über 250.000 € hat 3 % Sollzins und 2 % Anfangstilgung. Wie hoch ist die Restschuld exakt nach dem ersten Monat?

Eine Antwort ist richtig:

249.375 €
249.000 €
248.958 €
249.583 € ✓ richtig
Erklärung

Annuität = (3 % Sollzins + 2 % Anfangstilgung) × 250.000 € / 12 = 1.041,67 € pro Monat. Zinsanteil im 1. Monat = 3 % × 250.000 € / 12 = 625 €. Tilgungsanteil = 1.041,67 € − 625 € = 416,67 €. Restschuld = 250.000 € − 416,67 € = 249.583,33 €.

21.Zinsrechnung & TilgungsplanungAngebot A: Sollzins 3,6 %, kein Disagio, Effektivzins 3,66 %. Angebot B: Sollzins 3,4 %, aber 3 % Disagio, Effektivzins 3,78 %. Welches Darlehen ist bei sonst gleichen Konditionen teurer?

Eine Antwort ist richtig:

Angebot B — der niedrigere Sollzins täuscht; maßgeblich ist der höhere Effektivzins, in den das Disagio einfließt. ✓ richtig
Angebot A — der höhere Sollzins bedeutet stets die höhere Gesamtbelastung.
Beide sind gleich teuer, weil der Sollzins die tatsächlichen Kosten bestimmt.
Angebot B ist günstiger, da ein Disagio die Zinslast senkt.
Erklärung

Der Effektivzins (PAngV) bündelt Sollzins und Nebenkosten wie Disagio und ist die richtige Vergleichsgröße.

22.Staatliche Förderung (KfW, Wohn-Riester)Welches KfW-Programm fördert den Kauf oder Bau energieeffizienter Wohngebäude?

Eine Antwort ist richtig:

KfW-Programm 124 (Wohngebäude Kredit für Bestandsimmobilien)
KfW-Programm 261 (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ✓ richtig
KfW-Programm 300 (Erneuerbare Energien — Photovoltaik)
KfW-Programm 037 (sozialer Wohnungsbau für einkommensschwache Haushalte)
23.Staatliche Förderung (KfW, Wohn-Riester)Ein Kunde möchte seine bestehende Riester-Förderung für den Kauf einer selbstgenutzten Eigentumswohnung einsetzen. Was ermöglicht ihm Wohn-Riester?

Eine Antwort ist richtig:

Er erhält einen einkommensabhängigen Mietzuschuss nach dem Wohngeldgesetz, solange er die Wohnung selbst bewohnt.
Er darf gefördertes Riester-Kapital für Kauf, Bau oder Entschuldung der selbstgenutzten Immobilie verwenden; die Förderung wird über ein Wohnförderkonto nachgelagert besteuert. ✓ richtig
Er kann ein zinsverbilligtes KfW-Darlehen (Programm 159) für den altersgerechten Umbau der Wohnung beanspruchen.
Er darf Modernisierungskosten über zehn Jahre als Werbungskosten nach § 9 EStG gegen Mieteinnahmen absetzen.
24.Staatliche Förderung (KfW, Wohn-Riester)Welche Grundzulage gibt es beim Wohn-Riester (Stand 2024)?

Eine Antwort ist richtig:

100 Euro pro Jahr
175 Euro pro Jahr ✓ richtig
300 Euro pro Jahr
500 Euro pro Jahr
25.Immobilienbewertung & SicherheitenWelche drei Wertermittlungsverfahren sind nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) anerkannt?

Eine Antwort ist richtig:

Kaufpreisverfahren, Mietpreisverfahren, Ertragswertverfahren
Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren ✓ richtig
Buchwertverfahren, Marktwertverfahren, Substanzwertverfahren
Bodenrichtwertverfahren, Mietmultiplikatorverfahren, Abschreibungsverfahren
26.Immobilienbewertung & SicherheitenWas ist der Beleihungswert einer Immobilie?

Eine Antwort ist richtig:

Der aktuelle Marktpreis der Immobilie, der durch einen Gutachter auf Basis von Vergleichspreisen ermittelt wird und der Kreditvergabe unmittelbar zugrunde gelegt wird
Der vom Kreditinstitut ermittelte nachhaltige Wert, der als Sicherheitenbasis für die Kreditvergabe dient — in der Regel unter dem Marktwert ✓ richtig
Der steuerliche Einheitswert gemäß Bewertungsgesetz (BewG), der von den Finanzämtern für Zwecke der Grundsteuer festgesetzt wird und in der Regel erheblich unter dem Verkehrswert liegt
Der Wiederbeschaffungswert der Immobilie, also die Kosten für Abriss und Neuerrichtung eines gleichwertigen Gebäudes, der als Grundlage für die Gebäudeversicherung und Kreditsicherung herangezogen wird
27.Immobilienbewertung & SicherheitenEin Kunde kauft für 500.000 € und bringt 100.000 € Eigenkapital ein; das Darlehen beträgt 400.000 €. Wie hoch ist der Beleihungsauslauf bezogen auf den Kaufpreis?

Eine Antwort ist richtig:

80 % — das Darlehen (400.000 €) im Verhältnis zum Kaufpreis (500.000 €). ✓ richtig
20 % — der Anteil des Eigenkapitals am Kaufpreis.
125 % — der Kaufpreis im Verhältnis zum Darlehen.
100 % — es liegt eine Vollfinanzierung vor.
Erklärung

Beleihungsauslauf = Darlehen / Beleihungswert (bzw. Kaufpreis); hier 400.000 / 500.000 = 80 %.

28.Bonitätsprüfung & FinanzierungsaufbauEin Kunde glaubt, die Schufa sei eine staatliche Behörde, die über seinen Kreditantrag entscheidet. Wie ist das richtigzustellen?

Eine Antwort ist richtig:

Die Schufa ist eine dem Finanzministerium unterstellte Aufsichtsbehörde über das Kreditwesen aller Banken.
Die Schufa ist eine private Auskunftei; sie liefert nur Bonitätsdaten, die Kreditentscheidung trifft allein der Kreditgeber. ✓ richtig
Die Schufa ist ein Kreditversicherer, der Banken bonitätsabhängig gegen Zahlungsausfälle absichert.
Die Schufa ist eine nachgeordnete Behörde, die auf Bankantrag Negativmerkmale einträgt und die Vergabe mitentscheidet.
29.Bonitätsprüfung & FinanzierungsaufbauZur Tragfähigkeitsprüfung erstellt der Vermittler für einen Kunden eine Haushaltsrechnung. Was wird darin ermittelt?

Eine Antwort ist richtig:

Die Betriebskostenabrechnung des Vermieters als Nachweis der laufenden Nebenkostenbelastung des Kunden.
Der monatliche Überschuss aus allen Einnahmen abzüglich aller Ausgaben, um die dauerhaft leistbare Kreditrate zu bestimmen. ✓ richtig
Der Wirtschaftsplan der Eigentümergemeinschaft, aus dem sich die künftigen Hausgeldvorschüsse ergeben.
Der nach § 492 BGB formbedürftige Darlehensvertrag mit Betrag, Zins, Laufzeit und Tilgungsplan.
30.Bonitätsprüfung & FinanzierungsaufbauEin Kunde will eine Immobilie für 400.000 € kaufen; die Kaufnebenkosten betragen rund 12 % (48.000 €). Welche Eigenmittel gelten als solide Untergrenze?

Eine Antwort ist richtig:

Rund 20.000 € — etwa 5 % des Kaufpreises genügen, die Nebenkosten werden mitfinanziert.
Rund 88.000–128.000 € — mindestens die Nebenkosten plus 10–20 % des Kaufpreises als Eigenkapital. ✓ richtig
Rund 200.000 € — üblich sind mindestens 50 % Eigenmittel des Kaufpreises.
0 € — eine 110-%-Vollfinanzierung inklusive Nebenkosten ist der Regelfall.

Alle Themenbereiche des Katalogs abgedeckt

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Mit dem Prüfungssimulationsmodus übst du unter realistischen Bedingungen mit Zeitlimit und Auswertung pro Sachgebiet — wichtig wegen der Bestehensregel (mind. 50 % in jedem der beiden Sachgebiete des schriftlichen Teils). Jede Frage kann zusätzlich per KI erklärt werden, inklusive der relevanten Paragrafen aus GewO, BGB, ImmVermV und DSGVO.

Häufige Fragen zu den §34i Prüfungsfragen

Sind das die originalen IHK-Prüfungsfragen?

Nein — die echten IHK-Prüfungsbögen variieren je nach Termin und IHK-Standort und werden nicht veröffentlicht. Unsere Übungsfragen sind prüfungsnah formuliert und orientieren sich an §34i GewO, der ImmVermV und den einschlägigen Vorschriften aus BGB, DSGVO und UWG.

Gibt es die Prüfungsfragen als PDF?

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Stand: 08/2026 — die Prüfungsfragen auf dieser Seite stammen aus dem laufend gepflegten Fragenkatalog von 34i-quiz.de.