Was ist die §34i GewO Sachkundeprüfung?

Die §34i-Sachkundeprüfung ist die gesetzliche Voraussetzung für die gewerbliche Immobiliardarlehensvermittlung in Deutschland. Hier erfährst du, wer sie braucht, wie sie aufgebaut ist und wie du dich vorbereiten kannst.

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Aufgaben bei IHK Koblenz (40 + 60)
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Minuten bei IHK Koblenz (60 + 90)
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Themenbereiche
§34i
GewO Rechtsgrundlage

Was ist §34i GewO?

§34i der Gewerbeordnung (GewO) ist die Rechtsgrundlage für die gewerbliche Tätigkeit als Immobiliardarlehensvermittler (auch: Hypothekenvermittler, Baufinanzierungsberater). Wer in Deutschland gewerblich Immobiliarkredite vermittelt — also Privatkunden bei der Aufnahme von Baudarlehen, Hypothekendarlehen oder Wohnkrediten berät und Vertragsabschlüsse vermittelt — benötigt eine Erlaubnis nach §34i GewO.

Die Erlaubnis setzt unter anderem den Nachweis der Sachkunde voraus. Dieser wird durch die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO erbracht. Die Prüfung basiert auf der ImmVermV (Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung) und wurde als Reaktion auf die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR / Richtlinie 2014/17/EU) eingeführt, die Deutschland ab 2016 verpflichtend umzusetzen hatte.

Hintergrund: Die §34i-Erlaubnispflicht und die dazugehörige Sachkundeprüfung wurden 2016 eingeführt, um den Verbraucherschutz bei Immobiliarkrediten zu stärken. Seither müssen alle gewerblichen Immobiliardarlehensvermittler — auch wenn sie jahrelange Berufserfahrung haben — die Sachkunde formal nachweisen.

Wer braucht die §34i-Erlaubnis?

Die Erlaubnispflicht gilt für alle, die gewerblich und selbstständig Immobiliarkredite vermitteln:

  • Freie Hypothekenmakler und Baufinanzierungsberater
  • Immobilienvermittler, die auch Finanzierungsberatung anbieten
  • Finanzdienstleister mit Immobiliarkreditvermittlung
  • Bankvermittler, die auf eigene Rechnung tätig sind (nicht als Angestellte einer Bank)

Nicht erlaubnispflichtig sind unter anderem:

  • Banken und Kreditinstitute (diese unterliegen dem KWG)
  • Angestellte Mitarbeiter von erlaubnispflichtigen Betrieben (nur der Betriebsinhaber/Geschäftsführer braucht die Erlaubnis)
  • Personen, die ausschließlich beratend tätig sind, ohne Verträge zu vermitteln
Achtung: Im Zweifel gilt: Wenn du Kunden gegenüber auftrittst und Kreditvertragsabschlüsse aktiv förderst oder anbist, bist du erlaubnispflichtig nach §34i GewO. Eine Rechtsberatung durch einen Fachanwalt ist bei Unklarheiten empfehlenswert.

Erlaubnisvoraussetzungen §34i GewO

Gemäß §34i Abs. 1 GewO muss ein Antragsteller folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Persönliche Zuverlässigkeit: Keine einschlägigen strafrechtlichen Verurteilungen, kein laufendes Insolvenzverfahren, keine ungeordneten Vermögensverhältnisse
  2. Geordnete Vermögensverhältnisse: Kein Eintrag im Schuldnerverzeichnis, kein laufendes Insolvenzverfahren
  3. Sachkundenachweis: Bestandene IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO oder anerkannte gleichwertige Berufsqualifikation
  4. Berufshaftpflichtversicherung: Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung mit gesetzlich vorgeschriebener Mindestdeckungssumme (aktuell: 460.000 € je Schadensfall, 750.000 € Jahresgesamtleistung)
  5. Registrierung im DIHK-Vermittlerregister: Eintragung im bundesweit zugänglichen Register aller zugelassenen Immobiliardarlehensvermittler

Aufbau der §34i-Sachkundeprüfung

IHK Koblenz: Aufgabenanzahl und Prüfungsdauer. Der Ablauf bei deiner IHK ist maßgeblich; unsere eigene Simulation umfasst 50 Fragen in 90 Minuten.

Die Prüfung hat im schriftlichen Teil Aufgaben mit Single- und Multiple-Choice-Antworten (Beispiel IHK Koblenz) und umfasst folgende Eckdaten:

Schriftlicher Teil

  • Beispiel IHK Koblenz: 100 Aufgaben (Single- & Multiple-Choice)
  • Bei IHK Koblenz: zwei Abschnitte mit 60 und 90 Minuten (zusammen 150 Minuten)
  • Gliedert sich im schriftlichen Teil in 2 Sachgebiete: Vermittlung & Beratung, Finanzierung & Kreditprodukte
  • Mindestens 50% der Punkte in jedem Sachgebiet zum Bestehen

Praktischer Teil

  • Verpflichtend, kein optionaler Nachtermin
  • Simulation eines Kundenberatungsgesprächs
  • Beispiel IHK Düsseldorf: 20 Minuten Vorbereitung + 20 Minuten Gespräch
  • Prüfer spielt die Kundenrolle
  • Zulassung erst nach bestandenem schriftlichen Teil

Eine kompakte Zusammenfassung von Ablauf, Kosten und Terminen bietet die Seite §34i Prüfung im Überblick. Den detaillierten Ablauf beider Prüfungsteile findest du unter §34i Prüfungsablauf.

Die 5 Themenbereiche der Prüfungsvorbereitung

Die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO prüft Wissen aus fünf Themenbereichen:

  1. Rechtliche Grundlagen der Immobiliardarlehensvermittlung — §34i GewO, ImmVermV, DIHK-Register, Berufspflichten, Weiterbildung
  2. Verbraucherschutz und Beratungspflichten — ESIS-Merkblatt, Informationspflichten, Widerrufsrecht, Kreditwürdigkeitsprüfung
  3. Grundlagen der Immobilienfinanzierung — Darlehensarten, Tilgungsrechnung, Effektivzins (PAngV), KfW-Förderung, Grundschuld
  4. Risiken und Versicherungen — Zinsänderungsrisiko, Risikolebensversicherung, Wohngebäude- und Restschuldversicherung
  5. Wohn-Immobilienkreditrichtlinie (WIKR) — EU-Richtlinie 2014/17/EU, §18a KWG, Kopplungsverbote, ESIS-Pflichten

Befreiung von der Sachkundeprüfung

Wer bestimmte anerkannte Qualifikationen nachweisen kann, ist von der Pflicht zur Sachkundeprüfung §34i befreit. Anerkannte Gleichwertigkeiten umfassen unter anderem:

  • Bankfachwirt (IHK): Allgemein anerkannte Befreiung
  • Immobilienfachwirt (IHK): Befreiung möglich, je nach IHK-Prüfung
  • Bankkaufmann/-frau: Einzelfallprüfung durch die IHK
  • Wirtschaftsrechtliches Studium: Abhängig von Studieninhalten und IHK-Beurteilung
Empfehlung: Stelle den Befreiungsantrag frühzeitig bei der zuständigen IHK — die Prüfung dauert einige Wochen. Wenn die Befreiung abgelehnt wird, bleibt noch genug Zeit für die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung.

Ablauf: Von der Vorbereitung zur Erlaubnis

  1. Prüfen: Brauche ich die Erlaubnis?
    Bist du gewerblich als Immobiliardarlehensvermittler tätig? Wenn ja, ist §34i GewO für dich relevant. Prüfe auch, ob du durch vorhandene Qualifikationen befreit werden kannst.
  2. IHK wählen und Prüfungstermin anmelden
    Wähle einen IHK-Standort und melde dich für einen Prüfungstermin an. Laut IHK Berlin kannst du bei jeder IHK antreten, die die Prüfung anbietet — vergleiche Termine und Gebühren der IHKs.
  3. Sachkundeprüfung vorbereiten und ablegen
    Lerne alle 5 Themenbereiche, übe mit Prüfungsfragen auf 34i-quiz.de und lege die Prüfung ab. Bei Bestehen erhältst du den Sachkundenachweis der IHK.
  4. Berufshaftpflichtversicherung abschließen
    Schließe vor der Erlaubnisbeantragung eine Berufshaftpflichtversicherung mit den gesetzlichen Mindestdeckungssummen ab und hole die Versicherungsbestätigung ein.
  5. Erlaubnis beim Gewerbeamt beantragen
    Beantrage die §34i-Erlaubnis beim zuständigen Gewerbeamt mit allen erforderlichen Unterlagen: Sachkundenachweis, Versicherungsbestätigung, Führungszeugnis, ggf. Auszug aus dem Schuldnerverzeichnis.
  6. Im DIHK-Vermittlerregister registrieren
    Nach Erlaubniserteilung wird du im DIHK-Vermittlerregister eingetragen. Kunden können dort deine Zulassung überprüfen. Die Registrierung ist gesetzlich vorgeschrieben.

Weiterführende Themen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen §34i und §34c GewO?

§34c GewO regelt die Erlaubnis für Immobilienmakler (Verkauf und Vermietung von Immobilien). §34i GewO regelt die Erlaubnis für Immobiliardarlehensvermittler (Vermittlung von Baufinanzierungen und Hypothekenkrediten). Beides sind separate Erlaubnisse mit unterschiedlichen Sachkundenachweisen — wer beides betreibt, benötigt beide Erlaubnisse.

Kann ich die §34i-Prüfung online ablegen?

Das legt die prüfende IHK fest. Laut DIHK wird die Sachkundeprüfung ab 2027 ausschließlich digital durchgeführt und ist nicht mehr zwingend an die zentralen Termine gebunden. Ob, wo und wie du teilnehmen kannst, erfährst du bei der IHK, die die Prüfung anbietet.

Was kostet die §34i GewO Erlaubnis insgesamt?

Die Gesamtkosten für die §34i-Erlaubnis setzen sich zusammen aus: IHK-Prüfungsgebühr (legt die jeweilige IHK fest; die IHK Düsseldorf nennt ab 2026 zum Beispiel 476 € für die Vollprüfung), Erlaubnisgebühr beim Gewerbeamt (je nach Gemeinde unterschiedlich) und jährlicher Berufshaftpflichtversicherung (Beitrag je nach Versicherer). Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für Vorbereitungskurse und Lernmaterialien.

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