§34i Prüfungsthemen: alle 5 Themenbereiche im Überblick

Alle Prüfungsthemen der IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO — von Berufsrecht über Immobilienfinanzierung bis zur Wohn-Immobilienkreditrichtlinie (WIKR). So weißt du genau, worauf es ankommt.

5
Themenbereiche
100
Aufgaben bei IHK Koblenz (40 + 60)
150
Minuten bei IHK Koblenz (60 + 90)
§34i
GewO Rechtsgrundlage

Aufbau der §34i-Sachkundeprüfung

Die IHK Koblenz veröffentlicht 40 und 60 Aufgaben mit 60 und 90 Minuten als konkretes Prüfungsbeispiel. Dieser Trainer nutzt für seine eigene Simulation 50 Fragen mit 90 Minuten; maßgeblich ist die IHK, bei der du antrittst.

Die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO ist die Voraussetzung für die Erlaubnis zur gewerblichen Immobiliardarlehensvermittlung in Deutschland. Die Rechtsgrundlage bildet §34i der Gewerbeordnung (GewO) in Verbindung mit der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung (ImmVermV).

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (zum Beispiel bei der IHK Koblenz 100 Aufgaben in zwei Abschnitten mit 60 und 90 Minuten, zusammen 150 Minuten) und einem praktischen Teil (Simulation eines Kundenberatungsgesprächs). Beide Teile müssen bestanden werden — der praktische Teil ist keine optionale Nachprüfung, sondern fester Bestandteil der Sachkundeprüfung. Die Einzelheiten des Prüfungsverfahrens regeln die IHKs durch Satzung (§ 3 Absatz 9 ImmVermV).

Wichtig: Die Erlaubnis nach §34i GewO ist Pflicht für alle, die gewerblich Immobiliarkredite vermitteln — also Hypothekendarlehen, Baudarlehen und Bausparverträge als Gesamtpaket mit Kredit. Ohne diese Erlaubnis ist die Tätigkeit nicht gestattet.

Alle 5 Themenbereiche im Überblick

Diese fünf Themenbereiche sind unsere Lern-Gliederung des Prüfungsstoffs. Die Prüfung selbst gliedert sich formal in 2 Sachgebiete im schriftlichen Teil (Vermittlung & Beratung, Finanzierung & Kreditprodukte) plus den praktischen Teil (Kundenberatungssimulation) — Details dazu im Prüfungsablauf.

1
Rechtliche Grundlagen der Immobiliardarlehensvermittlung (§34i GewO, ImmVermV)
2
Verbraucherschutz und Beratungspflichten
3
Grundlagen der Immobilienfinanzierung
4
Risiken und Versicherungen bei Immobilienkrediten
5
Wohn-Immobilienkreditrichtlinie (WIKR) und EU-Regulierung
Themenbereich 1

Rechtliche Grundlagen der Immobiliardarlehensvermittlung

Der wichtigste Themenbereich — §34i GewO bildet die Grundlage für alle weiteren Anforderungen. Hier werden Erlaubnisvoraussetzungen, Registrierungspflichten und Berufspflichten geprüft.

§34i GewO — Erlaubnisvoraussetzungen
ImmVermV — Verordnung zu Sachkunde und Prüfung
Registrierung im DIHK-Register
Berufspflichten & Verhaltensregeln
Haftpflichtversicherungspflicht
Befreiungsmöglichkeiten (Bankfachwirt etc.)
Weiterbildungspflicht (20h/Jahr)
Gebundene vs. ungebundene Vermittler
Sanktionen bei Verstößen
Prüfungshinweis: Die Erlaubnisvoraussetzungen nach §34i Abs. 1 GewO (persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Sachkundenachweis, Berufshaftpflicht) werden häufig abgefragt. Kenntnis der Befreiungstatbestände ist ebenso prüfungsrelevant.
Themenbereich 2

Verbraucherschutz und Beratungspflichten

Verbraucher genießen beim Immobiliarkreditgeschäft besonderen Schutz. Dieser Themenbereich umfasst Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten gegenüber dem Kunden.

Vorvertragliche Informationspflichten
Europäisches Standardisiertes Merkblatt (ESIS)
Beratungsdokumentation
Kreditwürdigkeitsprüfung
Widerrufsrecht des Verbrauchers
Unzulässige Kopplungsgeschäfte
Vergütungsoffenlegungspflicht
Beschwerdemanagement
Prüfungshinweis: Das Europäische Standardisierte Merkblatt (ESIS) und die vorvertraglichen Informationspflichten nach Art. 14 WIKR sind zentrale Prüfungsthemen. Die korrekte Kreditwürdigkeitsprüfung nach §18a KWG wird ebenfalls abgefragt.
Themenbereich 3

Grundlagen der Immobilienfinanzierung

Das praktische Kernwissen: Wie funktioniert eine Immobilienfinanzierung? Von Darlehensarten über Tilgungsrechnung bis zu staatlichen Förderprogrammen.

Annuitätendarlehen
Tilgungsdarlehen
Endfälliges Darlehen
Eigenkapital und Beleihungsauslauf
Zinsbindung & Prolongation
Forward-Darlehen
KfW-Förderprogramme
Bausparvertrag als Finanzierungsbaustein
Grundschuld & Hypothek
Effektivzins nach PAngV
Tilgungsplan & Restschuld
Sondertilgungsrecht
Prüfungshinweis: Berechnungsaufgaben zu Annuitätendarlehen (Rate, Restschuld, Tilgung) können Teil der Prüfung sein. Effektivzinsberechnung nach Preisangabenverordnung (PAngV) und der Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins sind prüfungsrelevant.
Themenbereich 4

Risiken und Versicherungen bei Immobilienkrediten

Immobilienkredite sind langfristige Verpflichtungen — das bringt erhebliche Risiken mit sich. Dieser Themenbereich umfasst Risikoabsicherung und relevante Versicherungsprodukte.

Zinsänderungsrisiko
Ausfallrisiko & Kreditausfall
Risikolebensversicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung
Wohngebäudeversicherung
Elementarschadenversicherung
Restschuldversicherung
Grundbuch und Sicherungsrechte
Zwangsversteigerung & Verwertung
Marktpreisrisiken bei Immobilien
Themenbereich 5

Wohn-Immobilienkreditrichtlinie (WIKR) und EU-Regulierung

Die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (Richtlinie 2014/17/EU), in Deutschland umgesetzt durch das Wohnimmobilienkreditwesengesetz, bildet den europäischen Rahmen für Immobiliarkredite.

WIKR — Richtlinie 2014/17/EU
Umsetzung in deutsches Recht (§18a KWG)
Anwendungsbereich der WIKR
ESIS-Merkblatt (Inhalt & Pflichten)
Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung
Verhaltensstandards für Vermittler
Kopplungsverbote und -erlaubnisse
Vorzeitige Rückzahlung (Vorfälligkeitsentschädigung)
Fremdwährungskredite
Prüfungshinweis: Die WIKR ist ein eigenständiger Themenbereich mit hohem Prüfungsgewicht. Insbesondere der Inhalt des ESIS-Merkblatts, die Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung und das Verbot bestimmter Kopplungsgeschäfte werden regelmäßig abgefragt.

Lernstrategie für die §34i-Prüfung

Die §34i-Prüfung ist mit gezielter Vorbereitung gut zu schaffen. Empfohlene Lernreihenfolge:

  1. Themenbereich 1 zuerst (Rechtliche Grundlagen) — §34i GewO und die Erlaubnisvoraussetzungen bilden die Basis. Ohne dieses Wissen sind viele andere Themen schwerer zu verstehen.
  2. Themenbereich 5 früh angehen (WIKR) — Die EU-Richtlinie ist komplex und erfordert mehr Einarbeitungszeit. ESIS-Merkblatt und §18a KWG auswendig kennen.
  3. Themenbereich 3 rechnerisch üben (Finanzierung) — Tilgungsrechnung und Effektivzinsberechnung erfordern praktische Übung. Berechnungsaufgaben regelmäßig trainieren.
  4. Themenbereich 2 & 4 ergänzen — Verbraucherschutzpflichten und Risikothemen sind konzeptionell gut erschließbar und können mit Übungsfragen effizient vorbereitet werden.
  5. Prüfungssimulation — Übe in der eigenen Trainer-Simulation mit 50 Fragen und 90 Minuten. Der Prüfungsablauf deiner IHK kann davon abweichen. Analysiere Schwächen und wiederhole gezielt.
Regel: Keinen Themenbereich vernachlässigen — in der offiziellen Prüfung führt ein Ergebnis unter 50% in einem der beiden Sachgebiete des schriftlichen Teils zum Nichtbestehen, auch wenn die Gesamtpunktzahl ausreicht.

Weiterführende Themen

Häufige Fragen

Welche Themen kommen in der §34i-Prüfung vor?

Für die Vorbereitung lässt sich der Prüfungsstoff der §34i-Sachkundeprüfung in 5 Themenbereiche gliedern: (1) Rechtliche Grundlagen der Immobiliardarlehensvermittlung, (2) Verbraucherschutz und Beratungspflichten, (3) Grundlagen der Immobilienfinanzierung, (4) Risiken und Versicherungen bei Immobilienkrediten, (5) Wohn-Immobilienkreditrichtlinie (WIKR). Die Grundlage bildet §34i GewO in Verbindung mit der ImmVermV. Offiziell gliedert sich der schriftliche Teil der Prüfung selbst in 2 Sachgebiete (Vermittlung & Beratung sowie Finanzierung & Kreditprodukte); hinzu kommt der praktische Teil (Kundenberatungssimulation).

Welcher Themenbereich ist am wichtigsten für die §34i-Prüfung?

Der Themenbereich Rechtliche Grundlagen (§34i GewO, ImmVermV, Gewerberecht) hat besonders hohes Gewicht und bildet die Basis für viele weitere Prüfungsfragen. Ebenfalls prüfungsrelevant ist die WIKR (Wohn-Immobilienkreditrichtlinie), die 2016 in deutsches Recht umgesetzt wurde und strenge Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung enthält.

Wie viele Fragen hat die §34i-Prüfung?

Die IHK Koblenz nennt für den schriftlichen Teil 40 Aufgaben in 60 Minuten (Vermittlung und Beratung) und 60 Aufgaben in 90 Minuten (Finanzierung und Kreditprodukte). Zum Bestehen sind nach § 3 Absatz 7 ImmVermV in jedem Sachgebiet mindestens 50 Prozent der Punkte erforderlich. Prüfe den Ablauf bei deiner IHK.

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