§34i Prüfungsablauf: schriftlicher & praktischer Teil im Detail
Wie läuft die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO ab? Hier erfährst du Schritt für Schritt, was dich im schriftlichen Teil und im praktischen Beratungsgespräch erwartet — und wie du beide Teile bestehst.
Überblick: zwei Prüfungsteile
Die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO besteht nach § 3 ImmVermV aus zwei Teilen: einem schriftlichen Teil und einem praktischen Teil. Beide Teile müssen jeweils für sich bestanden werden. Die Einzelheiten des Prüfungsverfahrens regeln die IHKs durch Satzung (§ 3 Absatz 9 ImmVermV).
Schriftlicher Teil
- Beispiele: 150 Minuten (IHK Düsseldorf, IHK Berlin); IHK Koblenz 60 + 90 Minuten
- Zwei Teilbereiche (Beratung & Finanzierung)
- Single-Choice, Multiple-Choice & Berechnungen
- Taschenrechner (IHK Koblenz: netzunabhängig, nicht kommunikationsfähig)
- Mindestens 50% der Punkte zum Bestehen
Praktischer Teil
- Simulation eines Kundenberatungsgesprächs
- Fallvorgabe mit Vorbereitungszeit
- Entwicklung einer kundengerechten Lösung
- Bewertung der praktischen Anwendung
- Mindestens 50% der Punkte zum Bestehen
Der schriftliche Teil im Detail
Im schriftlichen Teil weist du nach, dass du die fachlichen und rechtlichen Grundlagen der Immobiliardarlehensvermittlung beherrschst und praktisch anwenden kannst. Geprüft wird überwiegend nach dem Single-Choice- und Multiple-Choice-Prinzip; hinzu kommen Berechnungsaufgaben, etwa zu Tilgung und Effektivzins.
Die IHK Koblenz nennt für den schriftlichen Teil zwei Teilbereiche mit 60 und 90 Minuten (zusammen 150 Minuten, ebenso bei IHK Düsseldorf und IHK Berlin):
- Vermittlung und Beratung von Immobiliardarlehen (Beispiel IHK Koblenz: 40 Aufgaben in 60 Minuten) — rechtliche Grundlagen, Informations- und Beratungspflichten, Verbraucherschutz.
- Finanzierung und Kreditprodukte (Beispiel IHK Koblenz: 60 Aufgaben in 90 Minuten) — Darlehensformen, Zins- und Tilgungsrechnung, Sicherheiten, Förderung und Bonitätsprüfung.
Erlaubte Hilfsmittel
Da Berechnungsaufgaben Teil der Prüfung sind, ist laut IHK Koblenz ein netzunabhängiger, nicht kommunikationsfähiger Taschenrechner zugelassen. Welche Hilfsmittel konkret erlaubt sind, legt die jeweilige IHK fest.
Der praktische Teil: das Beratungsgespräch
Der praktische Teil ist die Simulation eines Kundenberatungsgesprächs. Du erhältst eine Fallvorgabe — also eine typische Kundensituation mit Finanzierungswunsch — und hast eine festgelegte Vorbereitungszeit. Anschließend führst du das Beratungsgespräch und entwickelst eine kundengerechte Finanzierungslösung, die du nachvollziehbar begründest.
Bewertet wird, ob du das im schriftlichen Teil geprüfte Wissen in einer realistischen Beratungssituation praktisch anwenden kannst: Bedarfsermittlung, Auswahl passender Produkte, Erfüllung der Informationspflichten und eine kundenorientierte Argumentation.
Wann gilt die Prüfung als bestanden?
Beide Prüfungsteile müssen jeweils für sich bestanden werden. Dafür sind mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte nötig — im schriftlichen Teil in jedem der beiden Sachgebiete einzeln, im praktischen Teil insgesamt (§ 3 Absatz 7 Sätze 3 und 4 ImmVermV). Ein Ausgleich zwischen den Sachgebieten ist nicht möglich. Ob nur der nicht bestandene Teil wiederholt wird, sowie Wiederholungsregeln und Fristen legt die zuständige IHK fest.
Schritt für Schritt durch den Prüfungstag
- Anmeldung & EinladungNach der Anmeldung bei einer IHK deiner Wahl erhältst du eine Einladung mit Datum, Uhrzeit und Ort sowie Hinweisen zu Ausweispflicht und erlaubten Hilfsmitteln.
- Schriftlicher Teil — Bereich 1Du beginnst mit „Vermittlung und Beratung von Immobiliardarlehen" (Beispiel IHK Koblenz: 60 Minuten). Single-Choice- und Multiple-Choice-Aufgaben zu Recht, Verbraucherschutz und Beratungspflichten.
- Schriftlicher Teil — Bereich 2Es folgt „Finanzierung und Kreditprodukte" (Beispiel IHK Koblenz: 90 Minuten) mit Aufgaben zu Darlehensformen, Zins- und Tilgungsrechnung sowie Berechnungen.
- Praktischer Teil — VorbereitungDu erhältst die Fallvorgabe für das Beratungsgespräch und nutzt die vorgesehene Vorbereitungszeit, um deine Beratungslösung zu strukturieren.
- Praktischer Teil — BeratungsgesprächDu führst das simulierte Kundenberatungsgespräch vor dem Prüfungsausschuss und präsentierst deine kundengerechte Finanzierungslösung.
- Ergebnis & SachkundenachweisNach Auswertung beider Teile erhältst du bei Bestehen den Sachkundenachweis der IHK — die Grundlage für die §34i-Erlaubnis beim Gewerbeamt.
Weiterführende Themen
Häufige Fragen
Wie läuft die §34i-Sachkundeprüfung ab?
Die IHK-Sachkundeprüfung §34i GewO besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Der schriftliche Teil gliedert sich in zwei Sachgebiete: Vermittlung und Beratung von Immobiliardarlehen sowie Finanzierung und Kreditprodukte. Dauer und Aufgabenzahl legt die jeweilige IHK fest; die IHK Düsseldorf und die IHK Berlin nennen zum Beispiel 150 Minuten insgesamt, die IHK Koblenz 60 und 90 Minuten je Sachgebiet. Der praktische Teil ist die Simulation eines Kundenberatungsgesprächs. Beide Teile müssen jeweils mindestens zur Hälfte der Punkte bestanden werden.
Wie lange dauert die schriftliche §34i-Prüfung?
Dauer und Aufgabenzahl des schriftlichen Teils legt die jeweilige IHK fest (§ 3 Absatz 9 ImmVermV). Beispiel IHK Koblenz: zwei Teilbereiche, 40 Aufgaben in 60 Minuten für Vermittlung und Beratung von Immobiliardarlehen und 60 Aufgaben in 90 Minuten für Finanzierung und Kreditprodukte (zusammen 150 Minuten). Die IHK Düsseldorf und die IHK Berlin nennen ebenfalls 150 Minuten für den schriftlichen Teil. Maßgeblich sind die Angaben deiner IHK.
Was ist der praktische Teil der §34i-Prüfung?
Der praktische Teil ist die Simulation eines Kundenberatungsgesprächs. Der Prüfling erhält eine Fallvorgabe, bereitet sich vor und führt anschließend ein Beratungsgespräch, in dem er eine kundengerechte Finanzierungslösung entwickelt und präsentiert. Geprüft wird die praktische Anwendung des Fachwissens in einer realistischen Beratungssituation.
Welche Hilfsmittel sind in der §34i-Prüfung erlaubt?
Im schriftlichen Teil ist laut IHK Koblenz ein netzunabhängiger, nicht kommunikationsfähiger Taschenrechner zugelassen, da Berechnungsaufgaben (z. B. zu Tilgung und Effektivzins) Bestandteil der Prüfung sind. Die konkret zugelassenen Hilfsmittel legt die jeweilige IHK fest.
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